Aktuelles

Stefanie Jacobs

Tolle neue Bücher, gleich drei auf einmal!

Lisa Hallidays mit Spannung erwarteter Roman Asymmetrie, in dem sie unter anderem ihre gemeinsame Zeit mit Philip Roth literarisch verarbeitet, erschien im Juli in meiner Übersetzung bei Hanser und erntet viel Lob. „Das erotische Promi-Geblinzel ist eher ein mit hinterfotzigem Kalkül gelegter Köder, um uns in einem verteufelt raffinierten, glühend aktuellen und enorm gut geschriebenen Roman hineinzulocken“, schreibt etwa Die ZEIT.

Im August erschien bei Dumont ein Roman, der mir ganz besonders am Herzen liegt: Im Kern eine Liebesgeschichte von Elizabeth McKenzie. Wie vereint man ein renitentes Eichhörnchen, eine verträumte Übersetzerin, einen Hirnforscher mit einer großen Vision und eine so bunte wie mackenbehaftete Familie im Hintergrund in einem enorm witzigen und klugen Liebesroman? Lesen Sie selbst, es ist ein großartiges Buch!

Und last but not least freue ich mich auf das Erscheinen meiner ersten Neuübersetzung: Die Fünfzehnjährigen von Edna O’Brien. In ihrem 1960 publizierten Debüt gab sie einer Generation irischer Frauen, die vom Leben kaum mehr als Hausarbeit, Gewalt und Fremdbestimmung zu erwarten hatten, erstmals eine selbstbewusste und sinnliche eigene Stimme. „Keiner anderen englischsprachigen Autorin gelingt es so gut wie Edna O’Brien, den Leser in die Haut einer Frau hineinzuversetzen“, schreibt der Evening Standard. Im November bei Hoffmann & Campe.


Von Songtexten, spätpubertären Irrwegen und Glücksmomenten

Der Krimiscout hat mir ein paar Fragen gestellt, zum Übersetzen im Allgemeinen und zu Emily Ruskovichs Roman „Idaho“ im Speziellen. Neugierig geworden? Hier geht's zum Interview.


Emily Ruskovichs Debüt Idaho begeistert
(Hanser Berlin, 2018)

So endet dieses dramaturgisch wie sprachlich meisterliche Debüt mit einer glücklichen Wendung, die überraschen mag, jedoch erzählerisch ebenso subtil entwickelt ist, wie jene schreckliche, um die der Roman kreist. Noch in jener Szene unfassbaren Schreckens schimmert in "Idaho" das Glück einer Kindheit durch. Süddeutsche Zeitung

Klingt spannend? Bitte hier entlang.


Turn the music on ...

Hervier nutzt seinen Plot, um jede Menge Geschichten rund um die Elektrogitarre einzuflechten. Und das tut er höchst geschickt und sachkundig. Jedes Detail stimmt. Und das Schönste daran: Er kann darüber packend schreiben, vermittelt nur das Wissen, das der unvorbelastete Leser für das Verständnis der Geschichte braucht. Und Gitarrenfreaks werden keine Fehler finden.
Da kennt sich einer mal richtig aus, hat das richtige Vokabular zur Hand und kann spannend erzählen. So ist das fast Unmögliche Wirklichkeit geworden: Hervier hat einen Roman für Elektrogitarristen geschrieben, den auch der Laie mit Vergnügen verschlingen wird.
Südwest Presse

Neugierig geworden? Lesen Sie mehr über Vintage von Grégoire Hervier (Diogenes).


Der Herbst 2016 war bunt

Am 22. August erschien bei Hanser Berlin Lauren Groffs fulminanter Roman Licht und Zorn, ein „großes, begeisterndes Wagnis, dem man sich nicht entziehen kann“, meint Christian Berkel. Recht hat er! Ein Buch, über das ich mich ganz besonders freue. Auch Die Süddeutsche, Der Spiegel und das Hamburger Abendblatt sind begeistert.

Im Oktober erblickte dann eine kleine, feine Parabel über Freundschaft und Verlust das Licht der deutschsprachigen Bücherwelt: Der Fuchs und der Stern. Verfasst und zauberhaft illustriert von der international renommierten Buchgestalterin Coralie Bickford-Smith. (Insel)

Und: Carrie Brownstein. Die Musikerin, Schauspielerin, Drehbuchautorin und Ikone des Punkrock erzählt in ihren Memoiren Modern Girl – Mein Leben mit Sleater-Kinney vom musikalischen Aufwachsen in der neuen feministischen Punkrock-Szene der Neunziger und der ständigen Suche nach sich selbst. Schonungslos offen, leidenschaftlich und noch dazu sehr witzig! (Benevento Books)


Außerdem Lob für ...

Anthony Marra
Letztes Lied einer vergangenen Welt

Suhrkamp 2016, mit Ulrich Blumenbach

Der Autor gibt ihm die bescheidene Genre-Bezeichnung "Stories"; doch der Band entpuppt sich als virtuos verfugter zeithistorischer Patchwork-Roman, dessen einzelne Puzzle-Teile sich erst während der Lektüre allmählich verzahnen und dem aufmerksamen Leser erst retrospektiv das ganze Bild erschließen. … [Ein] meisterlicher Roman in Erzählungen. Sigrid Löffler, Deutschlandradio Kultur

Die Kapitel sind mal im Präsens, mal im Imperfekt, in der ersten oder der dritten Person geschrieben, eines sogar in der ersten Person Plural, als sechs Freundinnen einem griechischen Chor gleich gemeinsam auftreten. Was anderswo irritieren könnte, bereichert dieses erzählerische Gebilde zauberhaft, das raffinierte Changieren zeigt die Sprach- und Erzählkunst des Autors. Süddeutsche Zeitung


Miranda July
Der erste fiese Typ

Kiepenheuer & Witsch 2015

So voll von verquerer Liebe [...], so beiläufig in seinem Witz, so schnell, so sicher, so sinnlich, so klug und lebendig und eindeutig von heute .... Spiegel Online

Rund und mitreißend. Der Tagesspiegel

Frech, witzig, überraschend und sehr unterhaltend. Erstaunliche Prosa - absolut eine Entdeckung. Literaturkurier


Lisa O'Donnell
Bienensterben

Dumont 2013

Für einmal soll die Vertreterin der oft vernachlässigten Übersetzerzunft im Vortrab laufen – denn Stefanie Jacobs' pfiffiger und wortgewandter Präsenz verdankt sich ein massgeblicher Teil am Lesevergnügen, das die deutsche Ausgabe von Lisa O'Donnells Roman «Bienensterben» beschert. Einige Lesefrüchte mag man gleich zum Eigengebrauch pflücken; so fällt bei einer Blamage das Lachen leichter im Gedanken daran, dass man sich halt wieder einmal «zum Obst gemacht» hat, und einen unfähigen Mitmenschen in Gedanken als «Flachzange» zu titulieren, bringt Abwechslung in den Katalog der Invektiven. Angela Schader, Neue Zürcher Zeitung

Eine düster-spannende Coming-of-Age-Story […] ebenso komisch wie einfühlsam […] Dank Stefanie Jacobs funktioniert Bienensterben auch im Deutschen - für Jugendliche und Erwachsene. Eselsohr

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